Einheitslook bei SRP ist out

Handelsgerechte Regalverpackungen sind nicht `ohne´. Zum einen sollen sie verkaufswirksam sein und deshalb keine Lösung von der Stange - die überlässt der Handel gerne dem Discount. Zum anderen sollen Verpackungen die Ware beim Transport sichern, am POS schnell und einfach ins Regal geräumt werden können und verkaufswirksam aussehen.

Dass SRP (Shelf ready Pacaging) noch nicht überall so funktioniert, wie sich Hersteller und Handel das vorstellen, sieht man in der Praxis. da sind Trays vom Transport demoliert, die Ware muss einzeln ins Regal verräumt werden. Oder die Trays passen nicht ins Regalsystem, weil das entweder zu breit ist oder die Ware im Tray zu hoch fürs Regal. Auch hier ist teures Einzelverräumen nötig.

Beim ersten EHI/GS1 Packaging Jahreskongress in Köln ging es u.a. um Einsatz und Potentiale von SRP am Point of Sale.

Anhand eines Projektes von Kraft Foods für die Warengruppe Salatsaucen konnte eine SRP-taugliche Lösung vorgestellt werden, die alle Anforderungen erfüllt. Kunden lobten die bessere Sichtbarkeit von Marke und Kategorie, das Regal wirkte sauber und aufgeräumt, die Identifikation der Warengruppe auch für die Marktmitarbeiter wurde verbessert und die Verräumung ins Regal erleichtert - es gab viel weniger Bruch. Ergebnis: Umsatzsteigerung in der Testgruppe um 4%.

Allerdings wurden in der Diskussion zu diesem Ergebnis auch durchaus kritische Stimmen laut. Laut Henkel werden etwa 50% der teuren SRP-Verpackungen vom Handel entsorgt, weil die Händler damit nichts anfangen können - für den Hersteller eine teure Lösung. Manche Handelsvertreter empfinden die Regale durch SRP-Packungen als zu bunt und zu wenig an den POS und den Stil der Läden angepasst.

Insgesamt wurde die europäische Dimension des Themas betont - andere Ketten sind hier schon bedeutend weiter als die deutschen.