FSC - das Gütesiegel für nachhaltige Holzwirtschaft

Das FSC-Siegel wird von dem gleichnamigen Forest Stewardship Council vergeben. Es handelt sich um ein Zertifikat für den umwelt- und sozialverträglichen Umgang mit Produkten aus der Holzwirtschaft – und betrifft somit auch alle Formen von Papierprodukten und deren Verarbeitung.

Für Druckereien und Papierverarbeiter wird der Erwerb eines FSC-Zertifikates zunehmend attraktiver. Das Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen in der Wirtschaft hat sich in jüngster Zeit nicht nur als Trend, sondern als Wettbewerbsvorteil erwiesen. Das Interesse an umweltschonenden Papierprodukten verzeichnet bei den Endverbrauchern einen deutlichen Anstieg. Aktuell nimmt der Konsum von FSC-zertifiziertem Zellstoff bereits 9 Prozent des Weltmarktes ein. Die Tendenz ist steigend. Ein Unternehmen, das sich um den Auf- und Ausbau eines „grünen Images“ bemüht, stellt sich somit konsequent und vorausschauend auf die wachsende Nachfrage nach umweltfreundlich hergestellten Produkten ein.

Was bedeutet dies für die Mitglieder der Druckbranche? Als Teil des Weiterverarbeitungsprozesses übernimmt der Betrieb bereits zertifiziertes Papier. Dessen Herkunft wird durch die umfangreichen Kontrollen unabhängiger Institute gewährleistet. Damit das Papier überhaupt mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet wird, müssen seine Hersteller einen Katalog von zehn Prinzipien einhalten. Dazu gehören unter anderem die Erhaltung der Artenvielfalt, Transparenz und rechtliche Verankerung der Nutzungsrechte und der Schutz von Böden und Grundwasser. Die soziale Komponente beinhaltet die verpflichtende Rücksichtnahme auf die Rechte der Waldarbeiter und der lokalen Bevölkerung.

Für die Glaubwürdigkeit des Siegels spricht die lückenlose Dokumentation und Kontrolle der kompletten Produktionskette. Somit kann der Endverbraucher, der mit einem FSC-Siegel versehenes Papier erwirbt, zu 100 Prozent von einer umwelt- und sozialverträglichen Herkunft und Verarbeitung ausgehen. Das FSC-Zertifizierungsverfahren wird durch den Dachverband und die ihm angeschlossenen Institute überwacht. 1993 wurde der FSC von Umweltorganisationen, Vertretern der Regenwald- und anderer großer Waldregionen sowie Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft gegründet. In Deutschland unterstützen Umweltorganisationen wie WWF, Greenpeace, NABU, Sozialverbände wie die IG BAU, IG Metall sowie zahlreiche Wirtschaftsunternehmen die Aktivitäten des FSC.

Noch haben sich in Europa nur wenige Papierfabriken für die Teilnahme an der FSC-Kette entschlossen. Entsprechend begrenzt ist das Angebot an zertifiziertem Papier. Entscheidend ist das Konsumentenverhalten, das sich, wie eingangs erwähnt, immer mehr in Richtung Umweltbewusstsein wandelt. Mit steigender Nachfrage und dem steigenden Bekanntheitsgrad des FSC ist das Wachstum der Branche als Ganzes vorhersehbar. Wer sich für FSC-Papier entscheidet, reagiert auf die Bedürfnisse seiner Kunden. Wichtig ist es, hier solide Aufklärungsarbeit zu leisten. Der Kunde muss das ihm angebotene Produkt und seine Vorteile nachvollziehen können.

Dafür sorgen die Argumente des FSC: Nur wer sich für den nachhaltigen Umgang mit den Papierrohstoffen engagiert, kann für die Zukunft sicherstellen, dass überhaupt noch Papier hergestellt werden kann. Rein aus Recyclingmaßnahmen ist der Bedarf an hochwertigen Papieren nicht zu stillen. Dafür bedarf es natürlicher Zellstofffasern, deren „Nachwachsen“ alles andere als selbstverständlich ist.